Immer wieder sehe ich mich damit konfrontiert, wie ich mich aus Langeweile vor der Mitwelt verstecke. Ihr nicht zeigen will, wer ich bin, was ich fühle. Für mich und alles, was lebt. Langeweile deshalb, weil ich selten Lust habe, meine Wahrnehmungen erklären zu müssen. Und weil ich nur den wenigsten mein Gedankengut schenken will. Konfrontiert deshalb, weil ich bisweilen – in Situationen akuter Empfindungen für Allerlei – zunehmend in meiner eigenen Wahrnehmung festfahre. Ich werde quasi Gefangener meiner selbst.
In regelmässigen Abständen stelle ich verduzzt fest, dass Dinge sich in meinem Kopf zum Vorhinein merklich reichhaltiger abbilden, als sie sich dann letztendlich manifestieren.
Ich habe Angst vor Leben. Nicht vor meinem eigenen, oder den Herausforderungen dessen. Vielmehr vor allem, was lebt. Menschen, Tiere, Pflanzen. Ich habe Angst, etwas zu verletzen, etwas falsch zu machen. In der Konsequenz dessen fühle ich einen gewissen, latenten Hang zum Rückzug. Nicht, dass ich das tun würde, aber oft sehne ich mich danach. Paradoxerweise ist diese Angst von Freude und Begeisterung getrieben. Sprich, mich ängstigt meine Liebe für das Leben und das gefühlte Unvermögen, damit akkurat umgehen zu können.
In der Eigenraktion zu guter Energie, legen sich in mir ungekannte, positive Reservoire von Freude frei.
Schweres Wissen, solches mit allgemein zugesprochener Relevanz und Tiefe scheint mich zu langweilen. Vielleicht weil ich zu glauben weiss, darin nichts entdecken zu können, was ich nicht schon wüsste. Oder weil mich oft bereits der schiere Gedanke daran etwas zu wissen anwidert oder mir zumindest als unerstrebenswert erscheint. Ich sehne mich nach leichtem Wissen. Nach solchem über 0-100er Spurtwerte, naiven Gebilden, süssen Düften, warmen Brisen, bewegtem Bild und bewegendem Klang.
Man braucht Vertrauen. Vertrauen in sich selber, in das, was man fühlt und sich wünscht. Darauf aufbauend ist dann eigentlich alles machbar. Ich habe Vertrauen in mich. So sehr, dass ich eigentlich nie darüber nachdenken muss. Ich weiss, was ich mir wünsche und ich bin OK damit. Wenn ich aber beispielsweise sage, dass ich will, dass alle glücklich sind, sage ich das dann etwa bloss, weil ich mir selber dabei gefalle, so zu denken, wie ich es tue? Vermutlich ja. Das Gute dabei ist jedoch, dass ich mir dessen bewusst bin und ich sogar den Umstand, dass ich mich dabei selber enttarne, quasi non-stop, richtiggehend mag. Es fühlt sich sehr bewusst an. Es scheint ein endloser Kreislauf zu sein. Freude bereiten, Freude erleben, Freude empfinden. Sehr einfach zu abstrahieren auch. Und die Kreise drehen sich scheinbar immer grösser. Und irgendwie bin ich überfüllt davon. Es hat gefühlt zu wenig Platz für noch mehr in mir. Und dennoch ist es genau das, was ich als nächstes tun möchte: mich zum überschwappen bringen. Und gerade in dem Moment, in dem ich diesen Satz hier schreibe und den Schlusssatz in den Zwischenspeicher kopiert habe, erkenne ich, um was es für mich dabei geht. Ums Überlaufen. Alles zu berühren, zu verbinden. Einswerden. Und paste: So sind es in dem Fall also tatsächlich meine eigenen Empfindungen, Wünsche und Träume, denen ich im Rahmen meines Lebens zudiene, während ich selber vor allem das bewusst erfahrene Gefühl habe, für alle anderen da sein zu wollen.
“Die Angst kommt ununterbrochen aus dem Dunkeln gekrochen. So lange sie da ist, bleiben wahre Gefühle unausgesprochen.”
Bin ich, was ich tue? Oder bin ich das genau so, wenn ich gar nichts tue, anhalte? Gerade in Momenten, in denen ich meinen Aktivitätsindex (ein und ausgehend) drossle, verliere ich scheinbar zunehmend mein Verständnis dafür, was ich bin. Es erscheint mir deshalb manchmal so, als ob ich mich beinahe bloss dadurch wahrnehme, was ich tue (ausgehende Aktivität) und erlebe (eingehende). Deswegen ist es vermutlich auch so, dass ich unaufhörlich aktiv bin, bewusst sein möchte. Wobei aktiv sein für mich glücklicherweise auch mit einschliesst, still zu sein, sich nicht zu bewegen und in Gedanken zu schwelgen, zu träumen.
“Mein Geist ist zu schnell für mein eigenes Wohl. Ich wäre manchmal gerne kurz hohl, um mich von mir selber zu erholen.”
Antwort auf Schau mir in die Augen, bevor du mich tötest!
Es geht meiner Meinung nach bei dieser Frage nicht um Moral oder Ethik. Für mich ist es ganz einfach so, dass man entweder mit anderen Lebewesen mit-fühlt, oder nicht. Ob das eine oder das andere richtig ist, sei übergeordnet dahingestellt. Für mich ist immer nur das richtig, was mein Empfinden zulässt. Sprich, wenn ich andere Lebewesen in ihrer Wichtigkeit der meinen gleichstelle oder ihr gar überordne (und damit meine ich nicht bloss Tiere, auch Menschen), so hat das etwas mit meiner Empfindungsfähigkeit zu tun und nichts mit Moral oder Ethik. Für mich trifft letzteres zwar zu – ich meine zu wissen, dass jedes Lebewesen das Recht hat, frei und glücklich zu sein, so wie ich auch – und ich bin auch vegetarierer, aber ich finde, dass dies nicht zwingend auf andere Menschen zutreffen muss und auch, dass das nicht jeder verstehen kann oder muss. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern schlicht mit der eigenen Empfindungsfähigkeit. Jeder empfindet eben so, wie er empfindet. Dass manche ihre eigene Empfindung durch aktives Ignorieren übertünchen, ist ein anderes Thema. Jedenfalls habe ich abschliessend das Gefühl, dass man niemandem etwas beibringen kann, was er nicht fühlt und deswegen ist es vermutlich auch richtig, dass jene, die nicht mit anderen Lebewesen mit-empfinden, auch ohne sich dafür schämen zu müssen, Fleisch essen dürfen. Dass ihr Verstand ihnen über Moral und Ethik dazu verhilft, sich dafür einzusetzen, dass die Lebens-, Transport- und Schlacht-Umstände derer, die sie letztlich essen, verbessert werden, finde ich jedoch äusserst begrüssenswert.
Ich kann mich nicht selber übertreffen, weshalb es auch keinen Sinn macht, mich in irgend einer Form unter Druck zu setzen oder gegen mich selber zu kämpfen.
Das Streben nach Etablierung einer realen Imitation von Erinnerungen an Vollkommenheit.
Unvollendetes peinigt meinen Geist per Autopilot. Zeitsprünge öffnen sich zu Hauf. Imaginiert. Vom Jetzt zum Dann. Wenn alles wieder sichtbar ist. Der Raum unterhalb und zwischen Start und Ende dieser Zeitbrücken droht zur anstrengenden, Nerven aufreibenden Nebensache zu mutieren. Ein Phänomen der bewusst erlebten Überlastung zwar, aber dennoch unkontrollierbar.
Ich versuche mich kontinuierlich wissen zu fühlen, dass es nie hat funktionieren können, obwohl ich weiss, dass es das tut.
Entfernt fühlen, in anderer Menschen Befindlichkeit Relevanz finden, das erscheint mir wichtig. Für mich. Und alle anderen, deren Zentrum durch mich zu meinem eigenen rückt.
“Inside all of us is everything you’ve ever seen, everything you’ve ever done, everyone you’ve ever loved.”
“Du musst auf Dein Herz hören. Es ist so einfach. Du brauchst nichts mehr zu wählen. Lass Dir von keinem etwas anderes erzählen.”
“Die meisten Menschen sind dümmer, als sie glauben. Sie glauben, was sie nicht verstanden haben und erheben dabei die Grenzen ihres Verstandes zu den Grenzen des Universums. Sie verdienen keine tiefere Auseinandersetzung, als das Karma, das sie mit ihrem törichten Spott auslösen. Das aber sofort.”
Oft nehme ich noch vor meiner eigenen Befindlichkeit war, wenn sich Dritte in meiner Reichtweite unbehaglich fühlen. Das lässt mich dann zuweilen nicht los, fesselt mich richtiggehend. Nicht selten glaube ich dann intuitiv zu erfahren, was die jeweilige Person bedrückt. Ich möchte dann, vor allem anderen, das Wohlbefinden dieser Person ermöglichen, respektive wiederherstellen. Klappt das nicht, kostet mich das jeweils einen Haufen Energie. Warum das so ist, weiss ich nicht. Oder doch, ich weiss es. Realisieren tue ich es aber oft erst im Nachhinein. Interessanterweise fällt mir zwar auch auf, wenn sich Leute wohl fühlen, doch ist mir das dann in der Regel ziemlich gleichgültig. Mission erfüllt sozusagen. Mit anderen Worten, mein eigenes Wohlbefinden ist direkt an jenes meiner Mitmenschen und insbesondere auch an jenes von Tieren gebunden.
Irritation. Schmerz, das Gefühl von Verlust. Muss ich es lernen? Muss ich darin eintauchen, was durch Liebe, den vermeintlichen Bruch selbiger und den vielen unvollendeten Teilen einer Verbindung zweier Menschen übrig bleibt? Wohin mit dem, was nicht stirbt? In die Zukunft? In die Vergangenheit? Begraben? Zuordnen kann ich es nicht. Es fühlt sich aber zuweilen an, als ob der Mut mich verlassen möchte. Als ob sich mir eine Erkenntnis offenbaren wolle. Meine scheinbar von keiner zeitlichen Bindung allzeit vorhande Liebe und Zuversicht zu unrecht wären.
Doch wenn ich etwas festgestellt habe, wenn sich mir etwas offenbart hat, so ist es die Konstanz dessen, was ich bin. Sie bleibt in ihrer Essenz immer gleichförmig. Und obwohl das für mich auch tragisch sein kann, bin ich froh, dass es so ist. Denn, neben zerzausten, unzugeordneten Fragmenten von Wahrnehmungen jenseits des Seins, fühlt sich mein Geist bei Zeiten an, wie ein grosser Stein. Unbeirrbar. Von fester Konstanz. Und vollständig. Unwissend zwar auch, aber verbunden. Mit mir selber. Und allem was ist.
Ständig bin ich bei mir, in mir. Wache über mich. Nehme mich wahr. Finde Gefallen daran. Meistens. Entdecke, enttarne, verstehe. Selbstkontrolle, automatisch zwar, doch konsumierend. Manchmal imens. Wunderschön aber.
Arbeiten nach dem Superpositionsprinzip und der Quantenverschränkung. Darauf freue ich mich.
“Heute ist sich die Mehrheit der Quantenphysiker darin einig, dass am Ursprung der Schöpfung ein einheitliches Feld aller Naturgesetze existiert, der Grundzustand des Universums, das von der Quantenphysik in einem Bereich jenseits der Planck-Skala, der subtilsten Ebene von Raum und Zeit (10exp -33 cm und 10exp -43) lokalisiert wird. Es befindet sich somit jenseits der objektiven Welt und kann daher von der Wissenschaft auf Grund der Heisenberg’schen Unschärferelation nicht mit objektiven Messmethoden nachgewiesen, sondern nur theoretisch mit mathematischen Methoden, logischer Schlussfolgerung (die Feldgleichungen der Quantenphysik) und Analogieschlüsse induktiv-deduktiv abgeleitet, erfasst und verstanden werden. Auf jeder Ebene von Raum-Zeit nehmen die Naturgesetze eine andere Form an. Je kleiner die Raum-Zeit-Dimensionen werden, desto grösser werden einerseits die Energien und Kräfte, und andererseits desto umfassender, allgemeiner und abstrakter der mathematische Ausdruck des Naturgesetzes, der das Verhalten der Kräfte und Teilchen beschreibt.”
Warum erfreuen mich Gerätschaften, deren grösste Wirkung sich in der Einschränkung meines Bewusstseins offenbaren? Warum suche ich in Unvollkommenem nach Vollkommenheit? Technologie. Vermeintlicher Fortschritt. Und, liege ich richtig, wenn ich entdecke, dass Hilfsmittel sich mittelfristig als Hindernisse enttarnen? Oder spielt das gar überhaupt keine Rolle, so lange ich mich daran erfreue?